Belastende Situationen wirken besonders überwältigend, wenn Veränderbares und Unveränderbares miteinander verschwimmen. Ein Teil unserer Energie fließt dann leicht in Dinge, die wir weder kontrollieren noch unmittelbar beeinflussen können. Der Einflusskreis hilft dabei, den eigenen Handlungsspielraum realistischer einzuschätzen und die Aufmerksamkeit auf das zu richten, was tatsächlich gestaltbar ist. Gleichzeitig bedeutet Resilienz auch, Grenzen des eigenen Einflusses anzuerkennen, statt sich für alles verantwortlich zu fühlen. Diese Unterscheidung kann helfen, Kräfte gezielter einzusetzen und dort aktiv zu werden, wo eigenes Handeln einen Unterschied machen kann. Welche Teile einer aktuellen Herausforderung liegen wirklich in deiner Hand – und welche nicht?
So geht’s
Schreibe eine belastende Situation in die Mitte eines Blattes und zeichne einen Kreis darum. Notiere innerhalb des Kreises alles, was du selbst beeinflussen kannst – zum Beispiel dein Verhalten, Entscheidungen, Gespräche oder nächste Schritte. Außerhalb stehen Faktoren, über die du keine direkte Kontrolle hast. Wähle anschließend einen Punkt innerhalb des Kreises aus, dem du heute bewusst Aufmerksamkeit geben möchtest.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die Einschätzung, wie weit eine Situation beeinflussbar ist, spielt für Bewältigungsprozesse eine wichtige Rolle. Forschung zeigt allerdings kein einfaches Muster, nach dem mehr wahrgenommene Kontrolle immer hilfreicher wäre; entscheidend sind unter anderem Situation und Passung der Bewältigungsstrategie. Der Einflusskreis greift deshalb die realistische Unterscheidung zwischen beeinflussbaren und nicht direkt beeinflussbaren Faktoren auf.
Quelle
Finkelstein-Fox & Park 2019, systematischer Review; Taylor & Stanton 2007.
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