Fühlen

Unangenehme Gefühle lösen häufig einen zweiten inneren Kampf aus: Wir ärgern uns darüber, dass wir traurig sind, schämen uns für unsere Unsicherheit oder wollen Anspannung möglichst schnell loswerden. Emotionale Akzeptanz bedeutet nicht, ein Gefühl gutzuheißen oder sich ihm dauerhaft auszuliefern. Sie bedeutet zunächst anzuerkennen, dass es im Moment da ist, ohne zusätzlich gegen dieses Erleben anzukämpfen. Dadurch verschwindet das Gefühl nicht automatisch, aber die zusätzliche Belastung durch Ablehnung und Selbstkritik kann geringer werden. Diese innere Offenheit schafft Raum, um anschließend bewusster zu entscheiden, was die Situation jetzt braucht. Welchem Gefühl könntest du heute erlauben, für einen Moment einfach da zu sein?

So geht’s

Wenn du ein unangenehmes Gefühl bemerkst, halte kurz inne und benenne es möglichst genau. Sage dir anschließend innerlich: „Es ist gerade so, dass ich mich ___ fühle – und dieses Gefühl darf im Moment da sein.“ Versuche weder, es zu verstärken noch es wegzuschieben. Beobachte für einige Atemzüge, was sich verändert, wenn du den inneren Widerstand etwas lockerst.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Akzeptierende Emotionsregulation bedeutet, unangenehmes Erleben zunächst wahrzunehmen, ohne es sofort abwehren oder verändern zu müssen. Meta-analytische und längsschnittliche Forschung stützt eine akzeptierende Haltung als relevanten Regulationsprozess, ohne dass Akzeptanz in jeder Situation automatisch belastende Gefühle verringert. Das innere Ja ist eine kurze redaktionelle Umsetzung dieses Prinzips.

Quelle

Raugh et al. 2024, systematischer Review und Meta-Analyse; Ford et al. 2018.

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