Handeln

Manche Entscheidungen werden unnötig schwer, weil wir schon im Voraus nach der perfekten und endgültig richtigen Lösung suchen. Dabei lassen sich viele Entscheidungen später korrigieren, erweitern oder an neue Erfahrungen anpassen. Der erste Entwurf hilft, vor solchen Entscheidungen den Anspruch an Perfektion zu senken, ohne sie beliebig zu machen. Gleichzeitig ist es sinnvoll, eine einmal getroffene Wahl nicht bei jedem neuen Zweifel sofort wieder zu öffnen. Resilientes Entscheiden bedeutet deshalb auch, mit begrenzter Sicherheit handlungsfähig zu bleiben und die eigene Entscheidung anhand tatsächlicher Erfahrungen weiterzuentwickeln. Ist die Entscheidung vor dir wirklich endgültig – oder erwartest du gerade nur zu früh eine perfekte Antwort?

So geht’s

Nimm eine Entscheidung, die du aufschiebst, und frage dich zunächst: „Wie schwer wäre es, später noch einmal nachzusteuern?“ Wenn sie gut korrigierbar ist, wähle eine vernünftige Option und behandle sie für eine vorher festgelegte Zeit als deinen ersten Entwurf. Prüfe sie erst danach anhand dessen, was du tatsächlich erlebt und gelernt hast. So reduzierst du Perfektionsdruck vor der Entscheidung, ohne danach in ständiges Neuabwägen zu geraten.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Forschung zur Reversibilität von Entscheidungen zeigt, dass die Möglichkeit späterer Änderungen das Entscheiden beeinflusst, zugleich aber weiteres Zweifeln und gegenfaktisches Denken begünstigen kann. Der erste Entwurf verbindet solche Befunde zu einer Alltagstechnik: bei korrigierbaren Entscheidungen handeln, die Wahl anschließend aber nicht ständig neu öffnen. Diese konkrete Vorgehensweise ist selbst nicht als psychologische Intervention untersucht.

Quelle

Li et al. 2022, experimentelle Studie.

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