Handeln

Unter Stress reagieren wir leicht automatisch: Wir antworten vorschnell, ziehen uns zurück oder handeln, bevor wir überhaupt bemerkt haben, was gerade in uns passiert. Ein kurzer Zwischenraum zwischen Impuls und Handlung kann deshalb wertvoll sein. Die STOPP-Methode bündelt mehrere einfache Schritte, die dabei helfen, eine automatische Reaktion für einen Moment zu unterbrechen und die Situation bewusster wahrzunehmen. Ziel ist nicht, Gefühle oder Impulse zu unterdrücken, sondern ihnen nicht sofort folgen zu müssen. Resilienz zeigt sich auch darin, zwischen Reiz und Reaktion wieder Wahlmöglichkeiten zu entdecken. In welcher Situation wäre ein kurzer innerer Zwischenraum gerade hilfreich?

So geht’s

Wenn du bemerkst, dass du gerade impulsiv reagieren möchtest: Stopp – tritt innerlich einen Moment zurück – orientiere dich an deinem Atem – prüfe, was gerade passiert – und handle dann bewusst weiter. Nimm wahr, was du fühlst, denkst und eigentlich erreichen möchtest. Entscheide erst anschließend, welche Reaktion zur Situation passt. Schon wenige Sekunden können genügen, um aus einem Automatismus wieder eine Entscheidung zu machen.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die STOPP-Abfolge verbindet einen kurzen Handlungsstopp mit bewusster Wahrnehmung und einer erst anschließend gewählten Reaktion. Ähnliche „Stop, Take a Breath, Observe, Proceed“-Abfolgen werden in achtsamkeitsbasierten Interventionen eingesetzt und wurden für einzelne Verhaltensbereiche experimentell geprüft. Für STOPP als allgemeine Resilienzmethode ist die direkte Evidenz jedoch begrenzt.

Quelle

Tang et al. 2022, RCT zu einer STOP-Kurzintervention.

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