Unser Selbstbild entsteht nicht nur aus dem, was wir über uns selbst denken. Menschen, die uns gut kennen, nehmen manchmal Fähigkeiten und Eigenschaften wahr, die für uns selbstverständlich geworden sind und deshalb kaum noch auffallen. Rückmeldungen von außen sind keine objektive Wahrheit, können aber das eigene Bild um zusätzliche Perspektiven erweitern. Gerade unter Belastung, wenn der Blick stärker auf Fehler und Schwierigkeiten gerichtet ist, kann diese Ergänzung hilfreich sein. Resilienz wird dadurch nicht zu einer Liste positiver Eigenschaften – aber vorhandene Stärken werden leichter verfügbar, wenn wir sie überhaupt erkennen. Welche Fähigkeit sehen andere möglicherweise deutlicher in dir als du selbst?
So geht’s
Bitte eine Person, die dich gut kennt, um eine möglichst konkrete Rückmeldung: „Welche Stärke erlebst du bei mir besonders – und woran merkst du das?“ Bitte wenn möglich um ein Beispiel statt nur um ein Eigenschaftswort. Prüfe anschließend in Ruhe, ob du diese Stärke selbst ebenfalls wiedererkennst. Überlege, in welcher aktuellen Situation sie dir nützlich sein könnte.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Rückmeldungen anderer können das eigene Bild persönlicher Stärken um Perspektiven ergänzen, die selbst wenig sichtbar sind. Mit der „Reflected Best Self“-Übung wurden verwandte Feedbackansätze empirisch untersucht; die Ergebnisse deuten auf mögliche Effekte hin, sind aber kontextabhängig und nicht durchgehend stark. Der Blick von außen verwendet Rückmeldungen deshalb als zusätzliche Perspektive und nicht als objektive Bewertung.
Quelle
Spreitzer, Stephens & Sweetman 2009; Baird, Robertson & McLarnon 2022.
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