Körper

Belastbarkeit hängt nicht nur davon ab, wie gut wir Anforderungen bewältigen, sondern auch davon, ob zwischen ihnen ausreichend Erholung möglich ist. Gerade an vollen Tagen warten wir mit Pausen jedoch häufig, bis Konzentration und Energie bereits deutlich nachlassen. Kurze Unterbrechungen ersetzen keine längere Erholung, können aber helfen, die Belastung immer wieder für einen Moment zu unterbrechen und eigene Bedürfnisse früher wahrzunehmen. Entscheidend ist dabei weniger die genaue Dauer als der bewusste Wechsel zwischen Anforderung und Erholung. Resilienz bedeutet deshalb auch, nicht dauerhaft gegen die eigenen Belastungsgrenzen zu arbeiten. Wo könntest du heute eine kleine Erholung einbauen, bevor du sie dringend brauchst?

So geht’s

Wähle heute einen natürlichen Übergang zwischen zwei Tätigkeiten und mache daraus eine kurze bewusste Pause. Steh auf, schau aus dem Fenster, strecke dich, trink etwas oder geh für wenige Minuten nach draußen – möglichst ohne gleichzeitig neue Informationen aufzunehmen. Frage dich anschließend kurz: „Was brauche ich gerade, bevor ich weitermache?“ Beobachte über den Tag, ob regelmäßige kleine Unterbrechungen deine Belastung anders verteilen.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Kurze Pausen zwischen belastenden oder konzentrierten Tätigkeiten werden als „Micro-Breaks“ direkt untersucht. Eine Meta-Analyse fand kleine positive Effekte auf Vitalität und Müdigkeit, aber keinen allgemeinen Leistungsgewinn; bei stärker beanspruchenden Aufgaben können sehr kurze Pausen zudem nicht ausreichen. Die Mikro-Auszeit greift diese Befunde auf, ohne kurze Pausen als Ersatz für ausreichende Erholung zu verstehen.

Quelle

Albulescu et al. 2022, systematischer Review und Meta-Analyse.

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