Handeln

Unter Belastung richtet sich der Blick schnell auf das, was gerade schwierig ist – und weniger auf das, was wir bereits bewältigt haben. Frühere Erfahrungen können jedoch Hinweise darauf geben, welche Fähigkeiten, Entscheidungen oder Unterstützungen uns schon einmal geholfen haben. Der Erfahrungsrückblick bedeutet nicht, dass eine frühere Lösung einfach kopiert werden kann. Er nutzt die eigene Biografie vielmehr als Informationsquelle für vorhandene Bewältigungsressourcen. Dadurch wird aus der Frage „Kann ich das?“ zusätzlich die Frage „Was hat mir in vergleichbaren Situationen bereits geholfen?“ Welche frühere Herausforderung erinnert dich daran, dass du schon einmal einen Weg durch etwas Schwieriges gefunden hast?

So geht’s

Denke an eine frühere Situation, die für dich herausfordernd war und die du letztlich bewältigt hast. Frage dich: Was habe ich damals selbst getan? Welche Fähigkeit hat mir geholfen? Wer oder was hat mich unterstützt? Wähle anschließend einen dieser Faktoren aus und prüfe, ob er auch in deiner heutigen Situation eine Rolle spielen könnte. Es geht nicht darum, Vergangenheit zu wiederholen, sondern aus ihr nutzbare Hinweise zu gewinnen.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Frühere Bewältigungserfahrungen können Hinweise darauf geben, welche Fähigkeiten, Strategien und Unterstützungen bereits zur Verfügung stehen. Forschung zu Coping-Ressourcen hebt unter anderem Mastery, Selbstwirksamkeit und soziale Unterstützung als relevante Faktoren hervor. Der Erfahrungsrückblick macht solche Erfahrungen bewusst verfügbar, ohne eine frühere Lösung einfach auf die Gegenwart zu übertragen.

Quelle

Taylor & Stanton 2007.

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